Stadtwerke Glinde

Die CDU hat die Verwaltung gebeten, zu prüfen, ob es sinnvoll sein könnte, eigene Glinder Stadtwerke zu gründen. Dieser Prüfungsauftrag wurde am 18.4.2006 vom Hauptausschuss beschlossen. Wir unterstützen ihn ausdrücklich.

Vor etwa 20 Jahren hatten wir auch schon einmal eigene Stadtwerke angeregt. Es gab damals viele, die sich ob solch Grüner Weltfremdheit die Bäuche vor Lachen hielten und lieber für (heute) etwa 450.000 (Strom) und 50.000 € (Gas) jährlich in die Stadtkasse Schleswag und Hein Gas in Form von Konzessionsverträgen über 25 Jahre das Versorgungsmonopol für Glinde sicherten. - Die Zeit war augenscheinlich noch nicht reif.

Das Monopol hat heute nur noch einen Namen, EON, und macht davon auch reichlich Gebrauch, wie nicht zuletzt der Blick auf die letzten Gasabrechnungen zeigt. In etwa 5 Jahren laufen die Konzessionsverträge aus, Zeit, sich rechtzeitig und umfassend Gedanken zu machen.

Aus unserer Sicht machen eigene Stadtwerke vor allem dann Sinn (und Geld), wenn sie nicht nur Energie weiterverkaufen, sich also als Zwischenhändler betätigen, der nach wie vor voll von EON abhängig ist, sondern zumindest in Teilen sowohl Wärme als auch Strom selbst produzieren und über eigene Leitungen weitergeben. Die Bebauung des Depotgeländes und seine Versorgung mit einem Blockheizkraftwerk bieten aus unserer Sicht einen hervorragenden Einstieg in ein solche Eigenständigkeit.

Beispiele, nicht zuletzt in unserer direkten Nachbarschaft, so in Börnsen und in Reinbek, zeigen, dass eigene Stadtwerke in der Lage sind, den Bürgern billiger Energie anzubieten als die großen Konzerne und das trotzdem noch etwas für das Stadtsäckel übrig bleibt. – Die Erwartungen der Bürgermeister sind da sicherlich bescheidener als die der Aktionäre etwa von EON.

Eigene Stadtwerke brauchen wenig, aber qualifiziertes Personal. Viele Tätigkeiten wird man von externen Dienstleistern günstig einkaufen können. Da muss man rechnen und koordinieren können.

Praktisch wird der nächste Schritt der sein, dass die Stadt sich extern beraten lässt (alleine hat sie nicht die nötige Kapazität), am liebsten nicht von EON oder denen nahe stehenden Büros, sonst wird das Projekt gleich für nicht machbar erklärt. Diese Beratung wird auch ergeben, ob es Sinn macht, sich Partner zu suchen, solche natürlich nur, solange die Stadt Glinde die Mehrheit und das Sagen behält.



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