26.05.2009

Grüne zu dem Bürgermeisterkandidaten von CDU und SPD, Rainhard Zug

 - Er hat im Gespräch mit uns vorweggeschickt, dass er den Schritt  vom Verwaltungsmitarbeiter (in gehobener Position) zum Bürgermeister vor allem machen will, weil er nicht mehr nur 'ausführen', sondern auch 'aktiv gestalten' möchte. Das werden wir akzeptieren, wenn er akzeptiert, dass das nur mit den politischen Gremien wird gehen können.  

 

Wir begrüßen einen Bürgermeister, der eigene Ideen entwickelt, erwarten aber, dass er den Gremien nicht nur diese präsentiert, sondern auch Alternativen aufzeigt bzw. sich solchen gegenüber aufgeschlossen zeigt. Zum Beispiel möchten wir mit ihm endlich ein Stadtentwicklungskonzept erarbeitet sehen, dass nicht bedingungslos auf weiteres Wachstum der Stadt Glinde setzt, sondern eher den Schwerpunkt auf die Verbesserung der bestehenden Strukturen legt.

 

 Er hat auch deutlich gemacht, dass er Mehrheitsentscheidungen als solche selbstverständlich akzeptiert und umsetzt. Das erwarten wir, auch wenn ihm diese Entscheidungen im Einzelfall nicht gefallen mögen oder vielleicht gegen die Stimmen der CDU fallen, die ja 'gefühlt' immer noch meint, die Mehrheit in der Stadtvertretung zu haben.

 Wir haben auch gesprochen über die gesetzlich vorgeschrieben Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei der Planung von Bauvorhaben, die diese betreffen und erwarten, dass diese auch tatsächlich stattfindet.

 

- Er hat uns erklärt, dass er grundsätzlich nicht gegen ein selbst verwaltetes Jugendzentrum sei, wenn dieses von den Jugendlichen nicht als rechtsfreier Raum verstanden würde. So weit sind wir uns mit ihm einig. Darüber hinaus erwarten wir, dass er sich mit den Jugendlichen, die für dieses Zentrum eintreten, ernsthaft auseinandersetzt, mit ihnen redet und gefasste Beschlüsse, etwa die, nach Räumlichkeiten zu suchen, aktiv umsetzt, statt zu versuchen, sie 'auszusitzen'.

 

- Auf dem Depotgelände entsteht derzeit ein neuer Stadtteil mit 750 Wohneinheiten. Viele Entscheidungen zu dessen Gestaltung sind zwar schon getroffen. Das schließt aber neue, gute Ideen und deren Umsetzung nicht aus. Wir erwarten, dass der neue Bürgermeister dieses anspruchsvolle Projekt nicht nur wie bisher im Sinne der Investoren 'verwaltet', sondern gemeinsam mit den politischen Gremien aktiv Einfluss nimmt. So müssen etwa die neuen Mitbürger integriert werden. Es müssen kulturelle und soziale Treffpunkte eingerichtet werden und und und.

 

- Herr Zug hat uns gesagt, dass er die Absicht der Stadt, eigene Stadtwerke zu gründen grundsätzlich unterstützt. Wir erwarten, dass er das nicht nur mit betriebswirtschaftlichem Hintergrund, sondern auch mit einem Schuss 'Phantasie' tut. Natürlich wollen wir Energie für Glinde preiswerter machen, natürlich dürfen dabei ein paar Euro für den Stadtsäckel gerne abfallen. Viel wichtiger ist uns aber unter dem Gesichtspunkt des Klimaschutzes, dass wir uns von dem Energiemonopol E.ON befreien und wieder selbst entscheiden können, welche Energie wir beziehen bzw. wann, wo und wie auch selbst erzeugen. Klar, dass wir dabei regenerativen Energien absoluten Vorrang einräumen.

 

- Der Anteil der Älteren in der Bevölkerung wächst. Wir brauchen dringend ein Konzept für altersgerechte Betreuung bzw. altersgerechtes Wohnen in Glinde. Eine Bedarfsermittlung hat bisher nicht stattgefunden. Wenn etwas geschieht, wird es dem freien Spiel des Marktes überlassen. So sollen auf dem Depotgelände neue Einrichtungen in großem Stil entstehen, ohne dass geprüft worden wäre, wie sich das auf den Togo-Hof auswirken könnte. Auch hier erwarten wir mehr 'Phantasie' und das Engagement, bestehende Strukturen auszubauen und zu verbessern.

  

 - Wir sind gespannt, wie die ehrgeizigen Pläne des künftigen Bürgermeisters nach der Wahl konkret aussehen werden. Wir sind gespannt, wie er es anstellen wird, die Politik einzubinden, aber dazu haben wir uns ja schon geäußert. Mindestens genauso gespannt sind wir, ob und wie er seine 'Aufbruchsstimmung' auf seine Mitarbeiter(innen) wird übertragen können. Gegen seinen angestrebten 'kooperativen Führungsstil', wobei natürlich der Bürgermeister das letzte Wort hat, kann man erst einmal nichts haben. 



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