Radverkehrskonzept für Glinde

 

Ein sinnvolles Radverkehrskonzept hat für uns Grüne Priorität. Umweltverträgliche und sichere Mobilität sind das Ziel. Unter anderem dadurch, dass das Umsteigen vom Auto auf Busse und Fahrräder erleichtert wird. Dazu streben wir auf großen Straßen markierte Radspuren an, zudem sollen an neuralgischen Punkten Bordsteinkanten für Rollstuhlfahrer abgesenkt werden. Alles wichtig und richtig. Nur ist das allein natürlich noch kein Konzept. Es sind maximal Verbesserungen. Sinnvoll wird ein Radverkehrskonzept erst dann, wenn wir darüber hinaus auch über die Neugestaltung der Ortsmitte sprechen. Und beides miteinander verknüpfen. 

 

Eine Bestandsaufnahme hat ergeben, dass Glinde verkehrs- aber vor allem radverkehrstechnisch weit hinter dem Mond lebt. Fakt ist, dass Radfahren in Glinde nach wie vor riskant ist und die neuen Beschilderungen und Regelungen nicht dazu beigetragen haben, dass sich diesbezüglich etwas zum Positiven geändert hat. Dies haben mittlerweile alle politischen Parteien und auch die Behörde erkannt. Deshalb nutzen wir jetzt die Chance, ein Radverkehrskonzept in Verbindung mit der Neugestaltung der Ortsmitte zu entwickeln. Das Ziel lautet: Immer den Klimaschutz vor Augen zu haben, die Radverkehrsführung sicherer und komfortabler zu gestalten, zügiges Radfahren zu ermöglichen und Nutzungsanreize auch abseits der Straßen mit Kfz-Verkehr (Wanderwege) zu schaffen. Und den Fokus nicht nur auf Glinde zu richten, sondern auch auf die Nachbargemeinden und Städte wie zum Beispiel Hamburg. 

 

Natürlich werden Stimmen laut werden, die alles für überflüssig halten. Schließlich hat Glinde in den letzten fünfeinhalb Jahren „nur“ zwei tödliche Unfälle mit Radfahrern zu verzeichnen. Aber Unfälle, welcher Art und welchem Ausmaß auch immer, sind nicht der Grund für ein nötiges Rad-Verkehrskonzept. Im Zuge des immer höheren Radverkehrsaufkommens ist es wichtig darüber nachzudenken, wie wir damit umgehen. Wenn, bewusst übertrieben, beispielsweise das Auto nicht mehr die Priorität besitzt wie bisher, wäre es fatal sich darüber keine Gedanken zu machen. Wozu noch breite Straßen bauen und ständig reparieren, wenn sie nicht genutzt werden? Wozu noch breite Gehwege, wenn per pedes kaum noch Leute unterwegs sind? 

 

Fakt ist auch, dass immer mehr Menschen ihr Auto stehen lassen. Sie steigen aufs „normale“ Fahrrad oder E-Bike oder nutzen die öffentlichen Verkehrsmittel. Um das weiter zu steigern, müssen die Möglichkeiten dafür verbessert und die einzelnen Verkehrsträger enger miteinander verzahnt werden. Durch einen Park+Ride-Parkplatz an anderer Stelle beispielsweise, könnte die neue Stadtmitte viel attraktiver und unkonventioneller gestaltet werden. Vielleicht ergeben sich dadurch sogar neue Geschäftsideen. 

 

Hierzu werden nach der Sommerpause Arbeitsgruppen gebildet, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzen. Jeder Schritt wird von uns zukünftig kommuniziert. Konstruktive Ideen und Gedanken ihrerseits sind willkommen. Melden Sie sich bei uns, wir werden ganz sicher darüber beraten.

 

Mike Neschki

URL:https://gruene-glinde.de/fraktion/thema-radverkehr/